Was ist los an den Märkten?

Experte von Union Investment gab Tipps zu Aktienanlage — Raiba-Kolleg

Was für ein Abend: spannendes Thema, spannendes Programm, spannender Referent und ein gespanntes Publikum. Das Thema: Null-Zinsen machen allen zu schaffen – der Weltwirtschaft, Europa und vor allem den Anlegern. Deshalb hatte die Raiffeisenbank Roth-Schwabach zum Anleger Kolleg geladen.

ROTH — So begrüßte Dr. Carsten Krauß zu Beginn der Veranstaltung einen echten Hochkaräter: den Finanzexperten und Börsenprofi Norbert Faller, Senior-Manager des größten internationalen Aktienfonds von Union Investment mit rund 18 Milliarden Euro in der Verantwortung. Trotz Hemdsärmeligkeit – die Genehmigung dafür hat sich Faller vorher beim Publikum eingeholt – und sympathischem Hessisch, brachte der Portfolio- Manager die vollbesetzte Kulturfabrik in Roth zum Nachdenken. Chancen und Risiken an den internationalen Aktienbörsen waren sein Thema.

In Insider investieren
Ein Feuerwerk an Informationen folgte. Seine klare Ansage: „In Firmen investieren, die wissen, wie man Geld macht. Zum Beispiel in Apple. An diesem Beispiel verdeutlichte er, wie sich die Marktanteile im Handygeschäft verändert haben.
2007 hat Nokia den Markt beherrscht, heute verändert Apple die Welt, weil Nokia, Black Berry und HTC die Entwicklung verpassten. Das Konzept dahinter sei ganz einfach: Weil der Anleger ganz bewusst davon profitiere, kaufe er die Aktie. Ebenso funktioniere das bei gewinnträchtigen Firmen der Lebensmittelbranche wie Nestlé oder Unilever, verriet Faller. Das Konzept gehe auf, weil man davon esse und auch deshalb die Aktie kaufe, so Faller.
Sinnvoll für den Anleger sei es außerdem, erläuterte der Experte, in Unternehmen, die auf neue technische Entwicklungen setzen, zu investieren. So müssten auch die Automobilhersteller VW, Daimler und Co aufpassen, dass sie die Entwicklung nicht verschlafen.

Elektro statt Benzin
Als Anlagestrategie sei es überdies sinnvoll, auf Elektromotor und Elektroroller statt Benziner zu setzen. Auf Kryptowährungen wie Bitcoins zu zählen, empfahl Faller nicht, da er genauso wie andere Experten hinter dem Trend eher eine Blase denn einen Boom vermutete.
Welche Aktie soll man also besitzen? Norbert Faller verwies dabei auf Hersteller von Schokoriegeln wie eben Nestlé. So bestehe der einzelne Riegel zwar nur aus Schokolade und Fett und am teuersten sei die Verpackung, gleichwohl lautete Fallers Erkenntnis: „Die Gewinnmarge liegt bei 85 Prozent. Sie sollten solche Firmen anschauen, die sich dumm und dämlich verdienen und dort investieren.“ Auch auf das gute alte Sparbuch ging der Börsenprofi ein. Statt zum Sparbuch zu greifen, mit dem man keine Rendite erwirtschaften könne, riet Faller, einen Aktiensparplan anzulegen, den man auch flexibel auf die Kinder übertragen könne. Faller bestätigte, dass deutsche Anleger – beispielsweise im Verhältnis zu amerikanischen – sehr zurückhaltend im Aktiengeschäft seien. Dabei wären die Prognosen für die Aktienmärkte als durchaus positiv zu betrachten.
Er visualisierte klar, dass Aktien im historischen Vergleich als nicht teuer zu bewerten seien. Wolle man die Inflation auffangen und einen nachhaltigen Ertrag generieren, könne aktuell der richtige Zeitpunkt sein, zumindest einen Teil des Vermögens in Aktien oder in den Kauf von Aktienfonds zu investieren.

Gespräch suchen
Faller riet jedoch gleichermaßen von überstürzten oder unüberlegten Käufen ab. Seine klare Botschaft: „Suchen Sie das Gespräch mit dem Berater Ihrer Raiffeisenbank!“ Eine permanente Überprüfung der individuellen Anlagestrategie sei für eine ausgewogene Vermögenslage unerlässlich.
Ulrike von der Heyde, Bereichsleiterin Privatkundenbank, zeigte sich begeistert von der Resonanz im Saal und appellierte zum Schluss der Veranstaltung ebenfalls an die Gäste, das persönliche Gespräch mit den Kundenberatern und Kundenberaterinnen zu suchen, um das Anlagethema individuell zu vertiefen. Eine regelmäßige Überprüfung der eigenen Anlagestrategie sei für eine ausgewogene Vermögensanlage unerlässlich.
Auch kulturell hatte der Abend so einiges versprochen, aber noch mehr geboten: Die vier Virtuosinnen des Streichquartetts „La Finesse“ haben es verstanden, klassische Musik mit dem Musikgeschmack unserer Zeit zu verbinden.

Digitaler Assistent
Kulinarisch verwöhnt wurden die Gäste im Foyer der Kulturfabrik vom Bayerischen Hof Spalt und mit Werzinger- Hof-Eis aus Wernfels, während sich die Kundinnen und Kunden über den digitalen Anlage-Assistenten „Mein Invest“ der Union Investment informieren konnten. Die digitale Alternative zum Fondssparen.