Anlagetipps vom Experten

Problem: Keine Zinsen - Aktienfonds als Lösung

VON ROBERT SCHMITT

Anlagetipps in Zeiten der Nullzins-Phase: „Bei einem Prozent Zins braucht ihr Kapital 70 Jahre, bis es sich verdoppelt“, sagt Frank Steinhagen beim Anlegerkolleg der Raiffeisenbank Roth-Schwabach. „Die Frage derzeit ist nur“, fügt der Wertpapierfachmann des Raiffeisen-Partners Union Investment hinzu, „wo man gegenwärtig ein Prozent herbekommt.“ Gute Frage. Viele wollen eine Antwort darauf.

REDNITZHEMBACH — Etwa 300 Raiffeisen-Kunden sind ins Gemeindezentrum gekommen, um Frank Steinhagens Analyse und Ratschläge zu verfolgen. „Eine neue Definition von Sicherheit ermöglicht langfristige Erträge, höher als die Inflation“, so seine Hauptbotschaft. Der Anleger soll sich dafür stärker Aktienfonds zuwenden. Steinhagen liefert auch gleich die Risikokompetenz mit. „Intelligente und robuste Faustformeln“ sind es seiner Darstellung zufolge, die für dauerhaften Erfolg an den Fondsmärkten sorgen und etwa 7,7 Prozent Netto-Rendite bringen. Streuung sei wichtig und Zeit ebenso. Ferner solle man immer dem Trend folgen. „Regel-basierte Anlagestrategie“ nennt er dieses Konzept, das ein rechtzeitiges Aus- und Wiedereinsteigen je nach Börsenverlauf garantiert.

„Null ist weniger als nichts“ hatte der Vertriebsdirektor den Vortrag betitelt und damit für Aufmerksamkeit gesorgt. Schnell wurde deutlich, dass es sich dabei nicht um ein sinnloses Wortspiel handelt. „Denn Geld ist ein Wertespeicher“, erklärte er, „null Zins vermindert diesen Wert aber, denn das führt aufgrund der Inflation zu Kaufkraftverlust.“

Nahezu unverzinst

Für Steinhagen muss sich das Verhalten des deutschen Anlegers deshalb auf kardinale Art und Weise ändern. „Über alle Krisen hinweg hat er noch nie was kapiert“, stellte er zunächst wenig charmant fest. Schließlich liegen 90 Prozent seiner Geldwerte nahezu unverzinst bei den Banken herum. Vom Rest habe er lediglich acht Prozent in Aktien investiert. Für Steinhagen zu wenig. Denn Aktien bieten über Jahrzehnte hinweg sichere Renditen – er untermauert das mit Statistiken und Tabellen.

„Infotainment mit ihrer Raiffeisenbank“: Das hatte das Geldinstitut auf der Einladung versprochen und Wort gehalten. Wer nach Steinhagens Vortrag faktenerschlagen oder gar frustriert war, musste nicht lange in gedrückter Stimmung verharren. Bauchredner und Zauberer Benjamin Reich zündete samt Nilpferd-Puppe Amanda ein farbiges Comedy-Feuerwerk, das jede Seele im Saal aufhellte.

Amanda schilderte beispielsweise ihre Vorliebe für Sport. „Joggen zwischen Kühlschrank und Sofa, danach ein Bad nehmen“, ist für die Nilpferd-Dame bereits Triathlon. Dann flirtete sie mit Raiffeisenbank-Chef Carsten Krauß. Reichs Ermahnungen halfen da nichts. Amanda war überzeugt von ihrer Wirkung auf den Bank-Vorstand. „Er ist ein Torero“, stellte sie fest, „weil er mich so anstiert“. Amandas Anbandelversuche waren indes eindeutig eigenmotiviert. Sie werde bei ihm kündigen, offenbart sie Reich, und sich dann bei der Raiffeisenbank bewerben. Das wäre für die Kundenfrequenz vielleicht sogar besser als jeder Anlagetipp.


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