Europas größte Goldmünze in Schwabach

Die Raiffeisenbank Roth-Schwabach holt den "Big Phil" für einen Tag in die Goldschlägerstadt

VON GUNTHER HESS

SCHWABACH - Europas größte Goldmünze wird zu Gast sein in der Goldschlägerstadt Schwabach.

Möglich macht dies die Raiffeisenbank Roth-Schwabach. Anlass ist das Jubiläum "900 Jahre Stadt Schwabach". Die Münze trägt den Namen "Big Phil". Die Raiffeisenbank stellt sie bei ihrem "Tag des Goldes" am Donnerstag, 16. November, von elf bis 17 Uhr, in ihrer Geschäftsstelle in der Königstraße 4 aus. Der Eintritt ist frei. Am Abend, von 18 bis 19 Uhr, wird die Münze im Stadtmuseum stehen. Bei einer hochkarätigen Kundenveranstaltung ab 19 Uhr geht es dort um Wissensvermittlung über wertstabile Finanzprodukte, namentlich Edelmetalle. "Big Phil" fährt dann schon wieder nach München zurück.

"Durch Zufall ist uns zum Jahresende ein kleiner Paukenschlag gelungen", freute sich Raiffeisen-Vorstandsvorsitzender Dr. Carsten Krauß bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des Vorhabens im Goldenen Saal des Rathauses. Darauf gestoßen war die Raiffeisen-Marketing-Expertin Karin März.

Gold und Schließfächer

"Wir haben eine immer stärkere Nachfrage nach Gold. Und nach Schließfächern", sagte Raiffeisen-Vorstandsvorsitzender Carsten Krauß. Eine „gute Beimischung“ zum Vermögen sei ein Gold-Anteil von fünf bis zehn Prozent, erklärte Privatkunden-Bereichsleiter Stefan Eitel. "Die Zeiten sind turbulent, die Niedrigzinsen bleiben", so Krauß, "und wenn in der Entwicklung von Aktien ein Knick ist – Gold boomt!" "Wir als Stadt freuen uns", meinte Oberbürgermeister Matthias Thürauf. "Es ist ein Jubiläum von allen und für alle. Da gibt es ein breites Angebot, aber nur, weil viele mitmachen. Das ging im Winter mit der Eislaufbahn los und endet jetzt mit dem ,Big Phil´. Das passt ins Jubiläumsjahr!" Der "Big Phil" gehört dem Münchner Goldhaus "Pro Aurum". Zusammen mit diesem Geschäft lädt die Raiffeisenbank Roth-Schwabach zu einer Kundenveranstaltung über "Investmentstrategien im Rahmen der makroökonomischen Zyklik" mit dem Goldexperten Uwe Bergold ein.

Mit dieser Veranstaltung rund um die "Vermögenssicherung durch Edelmetalle" im Schwabacher Stadtmuseum will die Raiffeisenbank Roth-Schwabach Möglichkeiten und Potenziale von Edelmetallen als Inflationsschutz zeigen. Gold und Silber haben große historische Ereignisse überdauert, ohne an Vertrauen und Wert einzubüßen. Die Begrenztheit der Edelmetalle garantiert ihre Wertstabilität, immer mehr Menschen schätzen sie als Inflationsund Vermögensschutz. In der aktuellen Schuldenkrise seien ein umsichtiges Finanzmanagement sowie das Wissen um die ökonomischen Zusammenhänge von größter Bedeutung, schreibt die Raiffeisenbank in einer Pressemitteilung.

Stabiles Gold

Der mehrfach ausgezeichnete Vermögensverwalter Uwe Bergold wies bereits im Jahr 2000 auf die bevorstehende Gold-Hausse hin. In seinem Vortrag spricht er über die reale Wertsicherung bei negativer Realverzinsung. "Im Laufe der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder schwierige Zeiten mit Inflation, Deflation oder Depressionen. Die Kaufkraft des Goldes, sein innerer Wert, hat all diese Zeiten überdauert", so der Goldexperte Bergold. Die Raiffeisenbank wird im kommenden Jahr einen "Goldsparplan" auflegen. Abschließen kann man die Verträge bereits jetzt. Ab 250 Euro können sich Kunden das Edelmetall kaufen. Kooperationspartner dabei ist die Firma "Pro Aurum".

Münze aus 31 Kilogramm purem Gold

Der "Wiener Philharmoniker" ist eine österreichische Münze aus Gold. Sie ist offizielles Zahlungsmittel. Sie wird allerdings nicht zu ihrem Nennwert, sondern zum Edelmetallwert gehandelt. Der Gold-"Philharmoniker" hat einen Feingehalt von 999,9/1000 Unzen (pures Gold), sein Verkaufspreis orientiert sich am tagesaktuellen Goldpreis zuzüglich eines geringen Aufgeldes. Auch in Silber und Platin ist der "Philharmoniker" erhältlich.

Von der ersten Prägung an im Jahr 1989 (damals noch als Schilling, ab 2002 Euro) zeigt die Münze auf der einen Seite Instrumente des berühmten Wiener Orchesters: Horn, Fagott, Harfe, zwei Geigen, zwei Bratschen und in der Mitte ein Cello. Auf der anderen Seite ist die – etwa vom Neujahrskonzert bekannte – Orgel im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins zu sehen.

Der Durchmesser reicht von 13 Millimetern (1/25 Unze) bis 37 Millimeter (1 Unze). Zum 15-jährigen Jubiläum der Anlagemünze "Wiener Philharmoniker" gab die Österreichische Münze 2004 eine 1000-Unzen-Version mit einem Nennwert 100000 Euro heraus. Ein Güterzug, der das dafür notwendige Golderz transportieren sollte, hätte eine stattliche Länge von fünf Kilometern. Die Münze in Österreich hat das Stück dann liebevoll "Big Phil" genannt.

Die "Big Phil" genannte Münze besteht aus 31,103 Kilogramm purem Gold. Sie hat einen Durchmesser von 37 Zentimeter und ist knapp zwei Zentimeter dick. Entsprechend den 15 "Philharmoniker"-Jahren gibt es von der Rekordmünze auf der ganzen Welt nur 15 Stück. Davon befinden sich 14 Exemplare in den USA, Japan und Deutschland sowie eines im Münzmuseum der Nationalbank in Wien. Ihr Materialwert beträgt pro Stück 1,3 Millionen Euro. Eine der Münzen ist üblicherweise im Foyer der Münchener Hauptzentrale des Goldhandelshauses "Pro Aurum" ausgestellt. Diese Münze kommt für nicht ganz einen Tag nach Schwabach.

"Pro Aurum" unterhält in Deutschland, Österreich und der Schweiz Niederlassungen. Die Zentrale auf dem ehemaligen Flughafengelände in München-Riem hat die Abmessung von rund 7500 Kubikmetern und symbolisiert das Volumen der bis heute weltweit geförderten Goldmenge.

Diebe hatten im März eine 100 Kilogramm schwere kanadische Goldmünze namens "Big Maple Leaf" aus dem Bode-Museum in Berlin gestohlen. Das 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägte Goldstück war die Leihgabe eines Privatmanns an das Museum. Allein der Materialwert dieser Goldmünze wird auf etwa 3,7 Millionen Euro geschätzt.