Change und Neustart bei der Raiffeisenbank Roth-Schwabach: Dr. Carsten Krauß, Wilhelm Albensöder, Uwe Feser, Marc Pröchel und Erwin Grassl. Foto: Carola Scherbel

Bewegte Zeit mit Wechsel und Neustart

Bei der RAIFFEISENBANK Roth-Schwabach gibt es Änderungen in Aufsichtsrat und Vorstand.

VON CAROLA SCHERBEL SCHWABACH/LANDKREIS ROTH – Kleiner Kreis statt großer Bühne: Für Uwe Feser, den Aufsichtsratsvorsitzenden der Raiffeisenbank Roth-Schwabach, geht seine Amtszeit nach zwölf Jahren leise zu Ende. Der Grund: Corona. Ende Juni war keine große Abschiedsfeier möglich. Entsprechend still verlief die Übergabe an seinen Nachfolger Marc Pröchel.

Fast gleichzeitig mit Feser verabschiedet sich Erwin Grassl Ende September von der Raiffeisenbank. Fast 24 Jahre lang hat er dem Vorstand angehört. Damit wird der Raiba-Vorstand schlanker: Neben Dr. Carsten Krauß gehört ihm jetzt nur noch Richard Oppelt (seit 1. April) an.

Im kleinen Rahmen in und vor dem Bankhaus am Rother Kugelbühlplatz wurden Abschied und Neustart „gefeiert“.

Die Begriffe „Change“ und „Neustart“ bilden gerade die Trendwörter bei der Raiffeisenbank: „Mehr Change geht nicht“, blickt Dr. Carsten Krauß bei der Halbjahresbilanz auf die Veränderungen im Haus.

Davon bildet Corona zumindest einen Teil: Schließung der Filialen im April für sechs Wochen, nachdem die Kundentermine fast auf Null zurückgingen, Kommunikation über Telefonkonferenzen und Ausbau der digitalen Dienste. Dann wurde die Fusion mit Weißenburg auf dem letzten Drittel der Wegstrecke abgesagt, weil sich herausstellte: Die Vorstellungen der beiden Bankhäuser waren zu unterschiedlich.

Der Dax hat seit Beginn der Pandemie eine bemerkenswerte Achterbahnfahrt hingelegt, der Goldpreis schloss in die Höhe, und der Wirecard- Skandal wirke sich wohl auch bis zur hiesigen Raiffeisenbank aus, weil „die BaFin künftig noch härter kontrollieren wird“. Trotzdem habe die Bank bisher ihr bestes Geschäftsjahr hinter sich, „wir sind im Plan“, freuen sich Krauß und Erwin Grassl.

Gespannt sei man auf das zweite Halbjahr und das nächste Geschäftsjahr, denn Corona werde sich wohl dann erst richtig auswirken. Bisher wurden nur 160 Liquiditätskredite ausgegeben. „Angesichts von 30 000 Kunden ist das fast nichts.“ Die Niedrigzinsen werden sicher noch negativer, ist man bei der Raiba sicher. Bisher erhebe man für Privatkunden keine Negativzinsen. „Wir sind das letzte gallische Dorf“, schmunzelt Krauß, wie lange noch, wagt er aber nicht zu sagen. Von Filialschließungen spricht er nicht, aber mit geänderten, digitaleren Kundenwünschen werde man „eventuell an die Öffnungszeiten rangehen“.

Mitten in dieser Zeit gibt es nun auch Wechsel in Aufsichtsrat und Vorstand. Uwe Feser war zwölf Jahre lang der Chef des Aufsichtsrates, „ein Glücksfall“, wie ihm sein Vorgänger Wilhelm Albensöder bescheinigt. Feser macht Platz für Marc Pröchel. Der 42-Jährige ist Geschäftsführer der Firma Oberland Fassadensysteme in Schwanstetten. Die Arbeit im Gremium werde mit ihm reibungslos weiterlaufen, ist Feser überzeugt, denn auch Pröchel gehört dem Aufsichtsrat bereits fünf Jahre an.

Als der scheidende Feser ihm aber den „kleinen Tipp“ gibt, doch „mal ne kurze Fusionspause“ zu machen, gesteht Pröchel: Dass er jetzt nicht gleich vor einem verdoppelten, weil fusionierten Aufsichtsgremium starten müsse, sei ihm „schon ganz recht“. Neu im Aufsichtsrat ist außerdem Ralf Schmidt (42) von der Firma Dewe Brünofix aus Rednitzhembach.

Mit dem 1. Oktober wird die Raiffeisenbank zumindest im Vorstand schmaler: Wenn der dann 63-jährige Erwin Grassl nach fast 24 Jahren den Vorstand Richtung Ruhestand verlässt, wird mit Dr. Carsten Krauß und dem neuen Vorstandsmitglied Richard Oppelt (47) die Chefetage zweiköpfig. „Kontinuität sichern und gleichzeitig den Wandel gestalten“, gibt Grassl seinen Nachfolgern denn auch mit.

Zum Wandel gehört Nachhaltigkeit: Die Raiba hilft mit einer 5000-Euro-Spende beim Finanzieren einer Blumenwiese, die der Landkreis anlegt. Im Frühjahr 2021 sollen dann die ersten Blumen auf der Raiba-Wiese blühen.