Wachsende Nachwuchssorgen und chronischer Männermangel

Die Raiffeisen-Stiftung Roth-Schwabach motiviert regionale Chöre mit einer Finanzspritze von 12.500 Euro - Übergabe im Schloss Ratibor

VON MAXIMILIAN WEIDMANN

ROTH - Viele Gesangvereine und Ensembles klagen über schwindende Mitgliederzahlen, Männermangel und zu wenig Nachwuchs. Die Raiffeisenbank Roth-Schwabach versuchte zu unterstützen und spendete 12500 Euro an 22 regionale Chöre. Dies wurde mit der offiziellen Spendenübergabe im Schloss Ratibor gefeiert.

Den Einstieg in die Veranstaltung machte das Spalter Vokalensemble „voicepack“ unter der Leitung von Pius Amberger mit zwei Liedern. Danach begrüßte Vorsitzender Carsten Krauß im Namen der Raiffeisenbank alle 90 Anwesenden der 22 Chöre.

„Das Thema ‚Gesang und Chöre‘ haben wir zum ersten Mal dabei“, erklärte Carsten Krauß, „bei der Auswahl der Teilnehmer haben wir versucht, einen regionalen Querschnitt zu machen“. Denn es sei schwer, bei der großen Anzahl an Chören in der Region eine angemessene Auswahl zu treffen.

Eingeladen wurden sowohl gemischte als auch reine Frauen- und Männerchöre sowie kirchliche Gesangsvereinigungen. So waren unter anderem der Gesangverein Liederkranz Büchenbach, der Landfrauenchor Roth-Schwabach, der Gesangverein Eintracht Wernfels, der evangelische Kirchenchor Rittersbach und der Kirchenchor der katholischen Pfarrei „Ad Gloriam Dei“ aus Roth mit dabei.

Roths Bürgermeister Ralph Edelhäußer richtete lobende Worte an die Veranstalter: „Es ist schön zu sehen, dass trotz des schwierigen Finanzmarkts eine so große Spendensumme zusammengekommen ist und dadurch die Aktion dieses Jahr zum dritten Mal stattfinden kann.“ Durch solche Veranstaltungen würden „die Leute zusammenkommen“, was zu begrüßen sei. Der Vorsitzende der Raiffeisenbank bestätigte, dass vor allem Negativzinsen hohe Spendenbeträge schwierig machen würden. Die Anlagenberater hätten trotz der schwierigen Bedingungen sehr gute Arbeit geleistet, sonst „wären die 12500 Euro nicht zusammengekommen“. Dennoch werde man weiterhin versuchen, derartige Veranstaltungen aufrechtzuerhalten und etwas „für die Region“ tun.

Carsten Krauß erklärte den Ablauf des Abends: Jeder Chor werde der Reihe nach einzeln geehrt, wobei die jeweiligen Vertreter kurz Zeit hätten, etwas über ihre Tätigkeiten zu erzählen. Der stellvertretende Vorsitzende Erwin Grassl ergänzte, dass jeweils ein Notenschlüssel aus Teig — von Bäckerei Menzel aus Spalt gebacken — übergeben werde. Die Spende sei als Motivation zu verstehen, weiter zu singen.

Die meisten Chöre existieren seit über 100 Jahren, einer der ältesten ist der Liederkranz Spalt, der seit 1859 besteht. Den Gesangverein Fidelio gibt es seit 1873. Gemeinsam ist allen das Problem, zu wenig männliche Mitglieder zu haben und Nachwuchs zu begeistern, wie nach den kurzen Reden deutlich wurde.

Ausnahmen vom chronischen Männermangel gab es aber auch: den Männergesangverein Liedertafel Schwand, den Männerchor Ottersdorf und den Männergesangverein Frohsinn Wassermungenau, die als reine Männerchöre mehr mit dem steigenden Altersdurchschnitt zu kämpfen haben. So erzählte Günther Schlager vom Männerchor Ottersdorf, dass das Durchschnittsalter bei 68 liege.

Berichtigung: Der MGV Wassermungenau ist ein reiner Männerchor.
Die Aussage, dass seit gut zwölf Jahren auch ein Frauenchor singt - ist nicht von Hans Fries.

Mit Frauen locken

Lösungsvorschläge gab es ebenfalls. Volker Straubinger vom Volkschor Georgensgmünd meinte, man müsse einfach „optimistisch bleiben“. Der Vorsitzende des Gesangvereins Großweingarten, Josef Lang, schien aber die perfekte Lösung gefunden zu haben: „Die Vereine beklagen sich immer, dass zu wenig Männer zu ihnen kommen. Deswegen werbt doch einfach um hübsche Damen, dann kommen die Männer schon ganz von allein.“ Abgerundet wurde die Spendenveranstaltung von einer Einlage des Ensembles „voicepack“ und einem Buffet mit Bratwurstbrötchen und Faschingskrapfen.

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